Aktuell Dezember 2006
Ausstellung Malkreis Markuskirche

Ausstellungs-Eröffnung Malkreis Markuskirche am 3. Dezember 2006
Ausstellungseröffnung im Gemeindehaus an der Markuskirche
in der Lüntenbeck am Sonntag, dem 3. Dezember 2006.

Ausstellungs-Eröffnung Malkreis Markuskirche am 3. Dezember 2006
Der Malkreis Markuskirche hatte . . .

Ausstellungs-Eröffnung Malkreis Markuskirche am 3. Dezember 2006
. . . zur 11. Herbst-Ausstellung des Malkreises eingeladen.

Ausstellungs-Eröffnung Malkreis Markuskirche am 3. Dezember 2006
Professor Dr. Klaus Fritzsche begrüßte die Gäste und hielt eine kurze Eroffnungsrede . . .

Ausstellungs-Eröffnung Malkreis Markuskirche am 3. Dezember 2006
. . . in der er auf das Motto der Ausstellung "Licht und Schatten" einging.



Meine Damen und Herren,

ich begrüße Sie sehr herzlich zur 11. Herbstausstellung des Malkreises der Markuskirche. Unser Malkreis existiert ja sogar schon weit länger als 11 Jahre. Deshalb möchte ich einmal wieder die Gelegenheit ergreifen und mich beim Presbyterium und bei Herrn Alberti dafür bedanken, dass sie uns all die Zeit Gastfreundschaft gewährt haben.

Die Ausstellung steht in diesem Jahr unter dem Motto "Licht und Schatten". Dazu ein paar erklärende Worte. Unser Kreis ist kein Malkurs mit einem festen Programm. Wir treffen uns alle 14 Tage, mit einer Pause zu Weihnachten und im Sommer, und jeder darf malen, zeichnen und gestalten, was er möchte. Früher haben wir am Ende des Jahres die schönsten Bilder herausgesucht und daraus einfach eine Ausstellung gestaltet. Seit einiger Zeit versuchen wir, zu Beginn der neuen Saison ein Motto zu finden, das uns das ganze Jahr begleiten soll, und dieses Motto beherrscht dann auch die Herbstausstellung. Unvergessen bleibt - glaube ich - das Thema "Bücher", das hier in der Markusgemeinde ja eine ganz besondere Bedeutung hat. Aber auch viele andere Themen wie z.B. die "Märchen" im letzten Jahr, fanden wohl durchaus Anklang.

Sich an das Thema zu halten, ist aber nie ein Zwang. Oft steht eher das Interesse an einem Motiv oder auch der Wunsch, eine neue Technik zu lernen, im Vordergrund. Deshalb werden Sie auch diesmal Werke vorfinden, die sich intensiv mit dem Thema "Licht und Schatten" auseinandergesetzt haben, und andere, die etwas entfernter damit zu tun haben. Aber Malen - und gerade das Aquarellmalen - ist immer eine Auseinandersetzung mit dem Licht, insofern hat keins der Exponate das Thema verfehlt.

Wie stellt man Licht bildlich dar? Zunächst kommt es darauf an, die Farben zum Leuchten zu bringen. Beim Aquarellieren gehört dazu eine gewisse Transparenz der Farbe, damit die Reflexion des Lichtes auf dem weißen Papier wirksam wird. Je deckender gemalt wird, desto stumpfer wird das Ergebnis. Auch ist es wichtig, sich von gewissen eingeprägten Vorstellungen zu lösen: Ein Haus muss nicht gelb mit rotem Dach sein, eine Blätterkrone grün, der Baumstamm braun, Himmel und Wasser blau, Schatten grau und dunkel. So kann man jedes Motiv verderben. Ein Aquarell soll farbig, nicht bunt sein. Die Palette der verwendeten Farben kann stark eingeschränkt sein, wenn sie nur genügend Leuchtkraft besitzt. Und in jedem kleinen Bildausschnitt sollten sich fast alle verwendeten Farben wiederholen. Helles Licht gewinnt man nicht durch knalliges Gelb oder Rot, die größte Helligkeit liefert das weiße Papier und der Kontrast zur Umgebung.

Sonne bekommt man in ein Bild durch die Darstellung des Schattens. Und dieser Schatten darf dann nicht mit Grau und Braun zu Tode gemalt werden. Stellen Sie sich einen kühlen Waldweg an einem heißen Sommertag vor. Das Laub wirft Schatten, aber dazwischen blitzen die Sonnenstrahlen hindurch, ein Fleckenmuster aus Licht und Dunkelheit entsteht. Das Grün des Laubes ist hell und warm, man findet Gelb und Ocker oder sogar Rot darin, denn es gibt immer ein paar trockene Blätter. Äste und Stämme sind von blaugrauer Tönung, Moos fügt Grün dazu, Lichtreflexe steuern gelbliche und rötliche Nuancen bei, und der kühle Schatten erscheint uns bläulich, nicht etwa grau wie an einem regnerischen oder nebligem Novembertag. Beachtet man diese Dinge, so zaubert man Sonne auf's Papier.

Lassen Sie mich das Gesagte an einigen Werken verdeutlichen. An der Wand neben dem Eingang sehen Sie eine abendliche Landschaft von Frau Garschagen, die durch das Aufleuchten einer einzigen weißen Hauswand im Licht der tiefstehenden Sonne ganz besondere Dramatik erhält. Dieser Einsatz von Weiß zur Verdeutlichung von Licht findet sich auch in den Bildern von Herrn Riedel, ganz besonders bei der Darstellung einer brennenden Kerze. Herr Riedel ist auch derjenige, der sich ganz besonders um das Thema bemüht hat und die Begriffe "Licht" und "Schatten" nicht nur wörtlich, sondern auch im übertragenen Sinne interpretiert hat. Die Deutung überlasse ich Ihrer Phantasie, darf aber verraten, dass der Künstler f¨ur den Bettler neben dem Hutgeschäft selbst Modell gestanden hat.

Dramatische Lichteffekte entdeckt man in einer Gewitterstimmung bei Rolf Stratmanns Schloss Lüntenbeck oder bei dem Leuchtturm von Frau Meyer. Andere haben stärker mit dem Schatten gearbeitet, wie Herr Palm, dessen "Spaziergang im Herbst" auch auf dem Ausstellungsplakat zu bewundern ist, und der mit seinem Bild "Nacht" schon fast etwas Surrealistisches geschaffen hat. Herr Volmer versucht auf seinen Bildern sogar Landschaften in Regen und Nacht darzustellen, fast ohne Licht, aber dennoch farbig.

Auch das Ölbild "Hinterhof" von Frau Löbbecke zeigt, wie man in eine düstere Szenerie beliebig viel Farbe bringen kann. Ein Gegenstück zu diesem raumgreifenden Werk ist der "Mini-Turner" von Frau Loffing, ein sehr kleines Bild, in dem doch mit angenehmer leichter Farbigkeit Licht und Meer greifbar gemacht werden. Die irischen Landschaften von Frau Meyer bestechen dagegen wieder durch ihre besondere Klarheit und Leuchtkraft.

Schließlich möchte ich Sie auf die Bilder von Frau Scher aufmerksam machen, in denen viel von dem ¨uber das Aquarellieren Gesagten verwirklicht ist. Sie sehen ein Waldstück mit einem kleinen See, bei dem das Grün aber in den Hintergrund tritt und die eher ungewöhnliche Farbgebung das Bild zum Leuchten bringt. Das "Fenster" ist ein Beispiel dafür, wie man auch mit wenig Farben eindrucksvoll Stimmung erzeugen kann, und beim "Italienischen Nachmittag" kann man lernen, dass eine weiße Wand auch dann noch weiß wirkt, wenn man sie mit kräftigem blauen Schatten übermalt. Das menschliche Auge zeigt uns oft nicht das, was wir sehen, sondern das, was wir zu sehen glauben.

Über eigene Werke soll man nicht viel sagen, daher nur ein kleines Detail: Hätten Sie mich bei der Entstehung des Bildes "Skyline" beobachtet, so hätten Sie es vielleicht bis kurz vor Schluss recht langweilig gefunden. Erst im letzten Augenblick wurde durch das Einfügen der Schatten die gewünschte Bildwirkung erzielt. Dieses für die Aquarellmalerei typische Vorgehen erfordert eine Menge Geduld, was dem Anfänger manchmal zu schaffen macht.

Mein Dank geht heute ganz besonders an die Mitglieder des Malkreises, die mir durch ihre Treue, ihr Interesse und ihre Bemühungen immer große Freude bereitet haben und mir in diesem Jahr mit einem selbst gestalteten Kalender ein ganz besonders schönes Geschenk gemacht haben. Im kommenden Jahr 2007 wird es übrigens noch zwei Einzelausstellungen aus unserem Kreise geben.

Ich möchte außerdem ankündigen, dass sich unser Malkreis nach einer kurzen Winterpause wieder am 24. Januar 2007 und dann jeden zweiten Mittwoch trifft. Neue Interessenten sind immer herzlich willkommen. Und ich darf Sie auf die Krippenausstellung von Herrn Volkmar Stengel aufmerksam machen, die im Laufe der Woche aufgebaut wird. Erste Exponate können Sie schon im Gemeindesaal bewundern.

Lassen Sie mich damit schließen. Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.



Eröffnungsrede von Professor Dr. Klaus Fritzsche am 3. Dezember 2006.


Ausstellungs-Eröffnung Malkreis Markuskirche am 3. Dezember 2006
Die Ausstellung im Gemeindehaus neben der Markuskirche am Lüntenbecker Weg.


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